Blick auf das Bundesjugendlager
Zwei Perspektiven, ein Ziel: Unsere Landeskader vor dem Bundesjugendlager

- 30.09.2026, 19:00
Das Bundesjugendlager 2026 ist der Höhepunkt eines langen Sichtungs- und Förderprozesses. Nach zahlreichen Lehrgängen, Leistungsdiagnostiken, Trainingsmaßnahmen und Landesauswahlturnieren steht für die NBBV-Kader nun der Vergleich mit den besten Nachwuchstalenten Deutschlands bevor.
Doch was macht das Bundesjugendlager für die Coaches eigentlich so besonders? Wie wurden die Spieler auf diesen Moment vorbereitet und mit welchen Erwartungen und Zielen geht es in die Veranstaltung?
Wir haben Sebastián Campos Flores, Landestrainer der Jungen, und Alia Atassi, die den Landeskader der Mädchen begleitet, drei Fragen gestellt.
Das Bundesjugendlager ist für viele Spieler:innen ein ganz besonderer Meilenstein. Was macht die Veranstaltung für dich persönlich so besonders?
Sebastián Campos Flores: "Das Bundesjugendlager ist für mich jedes Jahr einer der besonderen Momente im Nachwuchsleistungssport. Über mehrere Jahre begleitet man Talente in ihrer Entwicklung, sieht sie bei Lehrgängen, Turnieren, im Ligabetrieb und bei Diagnostiken wachsen und erlebt dann beim Bundesjugendlager, wie sie sich mit den besten Talenten Deutschlands messen. Das macht die Veranstaltung einzigartig.
Besonders in Erinnerung bleiben oft nicht die Ergebnisse, sondern die Geschichten dahinter und vor allem die Nominierungen. Viele Spieler erleben dort ihre ersten Schritte auf nationaler Bühne, schließen Freundschaften über Landesverbände hinweg oder erkennen erstmals, welches Niveau auf Bundesebene gefordert wird. Für uns als Trainer ist es immer spannend zu sehen, welche Spieler in diesem Umfeld plötzlich über sich hinauswachsen und in den kommenden Jahren einen großen Entwicklungsschritt machen."
Alia Atassi: "Das Bundesjugendlager ist für mich wie ein großes Basketball-Familientreffen. Man freut sich jedes Jahr darauf, an einem Ort mit vielen Coaches zusammenzukommen, die am selben Ziel arbeiten: möglichst viele junge Talente zu fördern und sie auf ihrem Weg in die Jugend-Nationalmannschaft zu begleiten."
Hinter dem Bundesjugendlager steckt ein langer Vorbereitungsprozess. Wie habt ihr eure Spieler auf diesen Moment vorbereitet und was möchtest du ihnen für das Wochenende mitgeben?
Sebastián Campos Flores: "Die Vorbereitung begann nicht erst in den letzten Wochen, sondern praktisch mit dem Start des Kaderprozesses. Über Sichtungen, Leistungsdiagnostiken, Lehrgänge, Trainingsmaßnahmen und die Landesauswahlturniere in Köln, Berlin und Alsfeld haben wir den Spielern immer wieder Gelegenheiten gegeben, sich auf hohem Niveau zu beweisen. Dabei ging es nicht nur um Basketball, sondern auch um Eigenverantwortung, Teamfähigkeit und den Umgang mit neuen Situationen.
Den Spielern gebe ich vor allem mit, dass sie das Bundesjugendlager genießen und mutig auftreten sollen. Niemand erwartet Perfektion. Wichtig ist, dass sie Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und zeigen, wer sie als Spieler und Persönlichkeiten sind. Fehler gehören dazu. Wer sich etwas traut, lernt meistens mehr als jemand, der nur versucht, keine Fehler zu machen.
Unser Ziel war es, die Spieler so vorzubereiten, dass sie selbstbewusst auftreten können und verstehen, dass sie sich ihren Platz bei dieser Veranstaltung verdient haben."
Alia Atassi: "Wir haben über die letzten eineinhalb Jahre intensiv trainiert und viele kompetitive Spiele absolviert. Dabei haben wir besonders an den individuellen Fähigkeiten und am Entscheidungsverhalten gearbeitet. Die Spielerinnen sollen beim Bundesjugendlager mit viel Mut und Selbstbewusstsein spielen. Dafür möchte ich ihnen den Rücken stärken und ihnen das Vertrauen geben, ihre Fähigkeiten auf dem Feld zu zeigen."
Mit welchen Erwartungen und konkreten Zielen geht ihr in das Bundesjugendlager 2026?
Sebastián Campos Flores: "Wir reisen mit Respekt vor der Konkurrenz, aber auch mit viel Vorfreude an. Über die vergangenen Monate haben wir wertvolle Erkenntnisse gesammelt und als Team wichtige Entwicklungsschritte gemacht.
Aus NBBV-Sicht erwarte ich, dass die Spieler mutig auftreten, die gemeinsamen Inhalte auf das Feld bringen und zeigen, wie sie sich entwickelt haben. Natürlich wollen wir konkurrenzfähig sein, aber mindestens genauso wichtig ist es, dass die Spieler Erfahrungen sammeln, die ihnen auf ihrem weiteren Weg helfen.
Wir sehen uns eher in der Rolle des Underdogs. Genau das kann aber eine Stärke sein. Wir haben nichts zu verlieren und möchten die Chance nutzen, uns mit den besten Spielern Deutschlands zu messen. Wenn wir unser Potenzial abrufen und als Mannschaft auftreten, können wir positiv überraschen."
Alia Atassi: "Unser konkretes Ziel ist der fünfte Platz. Gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass sich einige unserer Spielerinnen durch ihre Leistungen für weitere Aufgaben empfehlen und für die nächsten Schritte auf nationaler Ebene nominiert werden."










